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Harfenspielerin im Dom / Titelbild
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Klausenberg-Kapelle - externer Link: Anfahrtsbeschreibung google-maps
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RÜDIGER OPPERMANN UND ENSEMBLE
The Brendan Voyage –Reise in die Anderwelt
Wiederaufführung

28. Mai 2014, 20:00 Uhr
Dreifaltigkeitskirche, Worms

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Im vergangenen Jahr führte Rüdiger Oppermann sein außergewöhnliches Musikprojekt während des „wunderhoeren“-Festivals zum ersten Mal auf. Fast auf den Tag genau ein Jahr später kann man es in der Dreifaltigkeitskirche erneut erleben. Anlass für die Wiederaufführung ist das Erscheinen einer CD, die während des Konzerts 2013 entstanden ist. Für die Besucher des Konzerts am 28. Mai wird die CD an der Abendkasse zu einem vergünstigten Preis erhältlich sein.

Rüdiger Oppermann
Der Harfenist, Komponist und Produzent Rüdiger Oppermann ist 1954 in Bad Kreuznach geboren. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie im Nord-Elsass. Auf über 50 CDs sind seine Werke zu hören. Seit 1985 organisiert er jährlich die Weltmusikreihe KlangWelten. Für das Musikbuch „KlangWelten – Dialog der Kulturen“ hat er den Vierteljahrespreis der Schallplattenkritik 2012 erhalten. Bereits 2006 erhielt er den Weltmusikpreis RUTH. Für die Kulturhauptstädte 2010 Ruhr, Istanbul und Pécs hat er das Projekt „Karawane 2010“ verantwortet. Er ist Juror und Preisstifter des Creole Wettbewerbs sowie diverser internationaler Harfenwettbewerbe. Jury der Schallplattenkritik 1/2012: „Wiederum hat Rüdiger Oppermann ein opulentes Klangpanorama zusammengestellt, das dem Dialog der Kulturen gewidmet ist. Dafür wurden Konzerte von Musikerinnen und Musiker aus Gambia, Madagaskar, der Mongolei, Uganda, Polynesien, Indien, Indonesien und der Türkei live aufgezeichnet. Dieses musikalische Kaleidoskop bringt vom Klagelied bis hin zum bis Springtanz vielfältige Formen traditionellen Musizierens zum Klingen.“

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EINTRITT
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Abendkasse:
18,- EUR
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Vorverkauf 15,- EUR
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Die Begleitperson eines Rollstuhlfahrers oder einer beeinträchtigten Person
mit Behindertenausweis 100% B erhält freien Eintritt zur Veranstaltung.

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THE BRENDAN VOYAGE
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Texte nach der deutschen Übersetzung der „Navigatio“
aus dem Mittellateinischen von Prof. Dr. Peter Christian Jacobsen (1999)

In mehr als etwa 120 Handschriften des Mittelalters war die „Navigatio Sancti Brendani Abbatis“, die Reise des Abtes Brendan von Irland auf mythische Inseln im Westen, in ganz Europa verbreitet. Wahrscheinlich hat sie ein Mönch auf dem Kontinent im 9. Jahrhundert verfasst und ins 6. Jahrhundert rückdatiert. Insofern geht die Niederschrift einher mit der irischen Mission des 6. bis 8. Jahrhunderts, die sich im Westen Europas (Frankreich, Südwest- und Süddeutschland, Schweiz) mit Figuren wie Columban und Gallus sowie den Klostergründungen von Luxeuil, Weissenburg und St. Gallen südlich verbindet. Der Autor des Brendanmanuskripts hat dabei keltische Traditionen wie die Heldenreise „immrama“, die irische Helden in die Anderwelt führte, vermischt mit christlicher Mystik. Der Abt und seine zwölf Gefährten finden auf den Inseln im Westen unter anderem das Paradies der Vögel. Einem christlichen Mystiker kam dabei die keltische Vorstellung entgegen, nach der Menschen zwischen Diesseits und Jenseits (Anderwelt) verkehren konnten. Die Seereise des Brendan hat bereits im mittelalterlichen Europa das geografische Interesse an unbekannten Ländern im Westen geweckt und zu zahlreichen Eintragungen von Brendaninseln in Karten geführt. Noch im 18. Jahrhundert wurden Expeditionen zur Suche der Inseln ausgerichtet. 1976 segelte Timothy Severin in einem Curragh, einem Boot aus Tierhäuten, wie es auch in der Navigatio beschrieben wird, tatsächlich nach Nordamerika.

Das Ensemble
Rüdiger Oppermann (Harfe) hat für die Uraufführung ein großes Ensemble zusammengestellt, dessen musikalische Wurzeln in verschiedenen Stilen in ganz Europa und in Asien zu finden sind:

Berth Wesselmann (Erzähler)
Peadar O‘Ceannábhain (altirische gälische Gesänge, gregorianische Gesänge, Rezitation)
Siobhán Kennedy (Flöte, Stimme)
Nasaa Nasanjargal (Pferdegeige, mongolische Schamanengesänge)
Franziska Urton (Fiddle)
Guido Plüschke, Rolf Wagels und Michaela Grüß (Bodhrán-Trommeln)
Ben Tai Trawinski (Bass)
Jorgen Lang (Cister, Gitarre)
Bijan Mahdjub (Dudelsäcke, Schalmeien)
Joachim Schween (prähistorische Instrumente, Lure, Bronzehörner)
Posaunenchor Worms-Hochheim (Leitung: Thomas Busch)

Rüdiger Oppermann über „The Brendan Voyage“
Mein Werk „Reise in die Anderwelt – The Brendan Voyage“ vereinigt verschiedene Stile, die so noch nie in einem Musikstück kombiniert wurden. Fünf Aspekte haben mich beschäftigt:

1. Alte Musik aus der Zeit der Aufzeichnung des Textes
Pater Thomas aus Worms führte mich in die Interpretation eines Hymnus aus dem von Iren gegründeten Kloster St. Gallen (10. Jahrhundert) ein. Diese wuchtige, einstimmige Melodie wird in leitmotivischer Weise zu hören sein – unbegleitet wie im Orginal, einstimmig begleitet wie in der Barden-Harfentradition der Zeit und als Motiv für neue Interpretationen. Die altirische Musik hat mehr mit der Gregorianik zu tun als mit dem heute bekannten Irish Folk. So wird der irisch-gälische Sänger Peadar O‘Ceannabhain Melodien auf gälisch und lateinisch einbringen. Ich will keine akribisch historische, aber eine historisch informierte Arbeit liefern. Es geht darum, im Zuhörer eine Gefühlsregung anzuregen, die der historischen entspricht.

2. Musik aus der Lebenszeit des Hl. Brendan
Ich besuchte im Herbst 2012 den in Connemara/Irland lebenden führenden irischen Musikarchäologen Simon O‘Dwyer, der mich auf den heutigen Wissensstand brachte: Es gibt eine Überschneidung der frühchristlichen Musikkultur mit Resten der bronzezeitlichen Hallstattkultur. Auf einer zeitgenössischen Miniatur sieht man David mit der Leier. Die Handhaltung erinnert erstaunlich genau an die Technik des äthiopischen Begana-Leierspiels: eine Hand schrappt mit einem Plektrum über alle Saiten, die andere dämpft die nicht gewollten Töne ab. Diese Technik werde ich deshalb auch einsetzen. Mit unseren herkömmlichen Harfenklängen hat das wenig zu tun, mit meinen eigenen Kompositionen und afrikanischen Erfahrungen schon eher. Trommeln deuten auf eine weit rhythmischere Musikpraxis hin als im heutigen Irland. Bronzetrompeten und -hörner bläst Deutschlands führender Musikarchäologe Joachim Schween. Auch dabei erinnert das Ergebnis eher an archaische Klänge ähnlich denen des Didgeridoo. Alles deutet auf eine wuchtige, repetitive, tänzerische Musikpraxis hin.

3. Klänge aus der Anderwelt
Manche der fantastischen Erzählungen werden musikalisch dargestellt. Sieht Brendan schwimmende Glastürme (weil die alten Iren keine Eisberge kannten), dann wird auch der Klang gläsern, die Geige spielt mit fragilem Ton ganz nahe am Steg. Werfen teuflische Schmiede mit glühenden Eisenbrocken nach dem Schiff (weil Brendan noch keinen Vulkanausbruch kannte), dann wird auch das musikalisch dargestellt. Die religiös-spirituelle Extase erzeugt klare, himmlische Klänge.

4. Die Harfe
Die Rolle der Harfe wird weit gefasst: + Harfe und Leier zur Gesangsbegleitung + Irische Harfe (Clairseach) mit Goldbronzesaiten für weite liegende Klänge der altirischen Barden und bretonischer Melodien + altdeutsche („keltische“) Harfe mit Darm/Nylonsaiten für schnelle Melodien und verzahnte inhärente Muster mit Gitarre und Violine + e-Harfe da, wo die Musik laut und wuchtig wird.

5. Irish Folk
Auch Irish Folk fehlt nicht, aber diese Stilrichtung steht nicht im Zentrum des Geschehens, sondern dient eher als Rückkehr zum Bekannten, um den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren. Um mich besser in das Thema einfühlen und einarbeiten zu können, reiste ich 2012 auch an die Orte, an denen Brendan sich aufhielt: Klöster, Berge, Einsiedlerklausen. Und ein Großteil der Klänge meiner Brendan-Voyage schwebte mir dort zu, wo mich die keltische Muse küsste. Szenen: Tales of the promised Land / Die Insel der Schweigenden / Drei Monate Wasser / Sturm /Die Insel der Schafe / Das Paradies der Vögel / Jasconius – die lebende Insel / Die weisen alten Mystiker / Das Biest – Kampf der Seemonster / Insel der singenden Chöre / Das Rätsel der Glastürme / Angriff der glühende Steine / Prayer

Rüdiger Oppermann / Thailand 10.1.2013


Navigatio Sancti Brendani Abbatis
In 29 Kapiteln schildern die lateinischen Handschriften des Mittelalters die abenteuerliche und zugleich mystische Reise des Abtes St. Brendan. Im elften Kapitel landen die Seefahrer auf einer Vogelinsel:
„Als sie aber ruderten zu der Insel, auf der sie zuvor drei Tage gewesen waren, sahen sie eine andere Insel nahebei, eine sehr gras- und waldreiche, die voller Blumen war. Sie begannen einen Hafen zu suchen und fanden ein Bächlein, das zum Meer hinab floß, und dort setzten sie ihr Schiff an Land. Als sie aus dem Schiff stiegen, befahl der heilige Brendan ihnen, dass sie das Schiff mit Seilen gegen den Flußlauf aufwärts ziehen sollten bis zur Quelle des Flusses. Es stand aber über der Quelle ein Baum von erstaunlicher Größe ringsum, bedeckt mit ganz weißen Vögeln. Als der Mann Gottes das sah, begann er zu überlegen, was es wäre und sagte: „Gott, du Kenner des Unbekannten und Enthüller alles Verborgenen, du wollest mir Sünder in deiner großen Barmherzigkeit dein Geheimnis enthüllen, das ich jetzt vor meinen Augen sehe.“ Siehe, da flog einer der Vögel vom Baum zum Schiff, und es tönten seine Flügel wie Glöckchen. Der Vogel sagte: „Wir hatten teil an jenem großen Höllensturz des alten Feindes, doch waren wir ohne Sünde im Einvernehmen mit den gestürzten Engeln. Als wir erschaffen wurden, ereignete sich dieser Fall und auch unser Sturz. Unser Gott aber ist gerecht und wahrhaftig und schickte uns an diesen Ort. Strafen erdulden wir nicht. Wir schweifen umher in den verschiedenen Bereichen der Luft und des Firmaments und der Länder, aber an den heiligen Tagen empfangen wir solche Leiber, wie du nun siehst, und verweilen hier und loben unseren Schöpfer...“ Der heilige Brendan blieb an demselben Ort bis zur Pfingstoktav. Ihre Erquickung war der Vogelgesang. Nach acht Tagen ließ er das Schiff beladen. Die Brüder begannen, die Segel aufzuspannen und auf den Ozean hinauszurudern, und die Vögel sangen wie mit einer Stimme: ,Erhöre uns Herr, unser Heil, die Hoffnung aller Enden der Erde und weit auf dem Meer. ‘ “

DIE DREIFALTIGKEITSKIRCHE
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Die Dreifaltigkeitskirche wurde von 1709 bis 1725 als barocke Kirche errichtet. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche, deren Außenmauern stehen geblieben waren, von Otto Bartning innen neu konzipiert: Vom Bauhaus herkommend, gilt er als der bedeutendste Kirchenarchitekt des 20. Jahrhunderts. Über Deutschland hinaus hat Bartning über 100 Kirchen gebaut hat. Die Kirche dient heute vielfach auch als Konzertsaal und ist ein begehrter Aufführungsort für bedeutende Musikstücke, Chöre und Orchester.

 

WEITERE INFORMATIONEN
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